Glaube – Geschenk oder Wagnis?

Ich hoffe, dass wir schon ein wenig vom Reformationsjubiläum mitbekommen haben, und dass wir im Laufe dieses Jahres mal wieder so richtig in den Grundlagen graben können.

Machen wir mal einen kleinen Test, wie viel Sie schon von den reformatorischen Grundsätzen drauf haben:

Solus Christus! – Allein Christus.

Sola Gratia! – Allein aus Gnaden.

Sola Scriptura! – Allein aufgrund der Schrift.

Noch einer, der nicht so oft ausdrücklich genannt wird: Solo verbo! – Allein im Wort.

Preisfrage: Welchen Punkt habe ich vergessen?

Richtig: Sola Fide! – Allein durch den Glauben

Wie ist das mit unserem Glauben?

Dazu kommt heute die Steilvorlage aus dem Brief von Paulus an die Römer: Kapitel 5, 1-8

Sind wir nun aus Glauben gerecht gesprochen, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn haben wir im Glauben auch Zutritt erhalten zu der Gnade, in der wir jetzt stehen, und seinetwegen rühmen wir uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Aber nicht nur dies: Wir sind auch stolz auf jegliche Bedrängnis, da wir wissen: Bedrängnis schafft Ausdauer, Ausdauer aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung. Die Hoffnung aber stellt uns nicht bloss, ist doch die Liebe Gottes ausgegossen in unsere Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben wurde.

Denn Christus ist, als wir noch schwach waren, für die damals noch Gottlosen gestorben. Nicht einmal für einen Gerechten will einer sterben – für eine gute Sache allenfalls mag einer sogar sein Leben aufs Spiel setzen -, Gott jedoch zeigt seine Liebe zu uns gerade dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.

Steigen wir mal ein mit einer Frage, über die Christen sich immer wieder gerne streiten:

„Kann man sich eigentlich für den Glauben entscheiden?“ Die einen sagen: Ja, die anderen: Nein.

„Kann man sich entscheiden, zu glauben?“ Nun – Du kannst glauben, dass es morgen gutes Wetter gibt. Dafür kannst du dich entscheiden. Aber wirklich voller Überzeugung glauben, dass morgen kein einziger Tropfen Regen fällt, das ist schon nicht mehr so einfach.

Du kannst darauf vertrauen, dass dir jemand die richtige Richtung zeigt, wenn du nach dem Weg fragst.

Aber jemandem aus tiefstem Herzen vertrauen, dass du ihm dein Leben und alles anvertrauen würdest, das ist nicht so einfach.

Vertrauen braucht eine gute Grundlage.

Wenn ein Kind geboren ist, dann kann es sich ja auch nicht einfach entscheiden, ob es seinen Eltern vertraut oder nicht. Es ist eine tiefe, urtümliche Erfahrung, die wir alle irgendwie durchgemacht haben: Für ein Baby sind die Erwachsenen gigantisch, fast so wie Superhelden, mehr oder weniger allmächtig und allwissend. Sie können mit dir machen, was sie wollen, und du kannst dich nicht wirklich dagegen wehren. Wenn diese übermächtigen Wesen es schlecht mit dir meinen würden, das wäre katastrophal. Gott sei Dank meinen sie es aber gut mit dir.

Wenn ein Baby diese positive Erfahrung macht, dann entwickelt sich ein gesundes Urvertrauen. Bei manchen klappt das sehr gut, bei anderen leider weniger gut.  Aber keiner von uns hat sich freiwillig dafür entschieden, dieses erste Vertrauen aufzubauen. Es ist ein Geschenk des Lebens.

Später im Leben wird jeder Mensch dann Erfahrungen machen, wo dieses Vertrauen auf die Probe gestellt wird, oder wo es vielleicht auch mal enttäuscht wird. Das ist auch wichtig. Es wäre in vielen Situationen nicht gut, wenn wir allem und jedem bedingungslos vertrauen würden. Und so lernen wir als Heranwachsende diese wichtige Unterscheidung. Wir lernen, dass wir manchmal vertrauen müssen, und wir lernen, dass wir nicht immer blind vertrauen sollten.

Wenn ich das mal vorsichtig auf unsere Beziehung zu Gott übertrage, dann begreifen wir vielleicht, warum manche Christen sagen: Der Glaube ist ein Geschenk, dafür kannst du dich gar nicht entscheiden. Und andere sagen: Doch, der Glaube, das kannst du wollen. Dazu kannst du dich schon entscheiden.

Als Jesus von Gott sprach, hat er ein besonderes Wort verwendet. Jesus sagte: Gott ist unser Vater.

Wenn Jesus vom Glauben spricht, meint er damit eine sehr intime, ursprüngliche Form von Vertrauen. Er sagt: Lasst die Kinder zu mir kommen, denn ihnen gehört das Reich Gottes. Er sagt: Wenn du das Reich Gottes nicht annimmst wie ein Kind, kommst du nicht hinein.  Er spricht davon, dass man in diesen Glauben hinein geboren (von neuem geboren) werden muss.

Das ist der Grund, warum Christen an Gott als Vater glauben: Wir haben von ihm ein kindliches Urvertrauen geschenkt bekommen. Wir haben erfahren: Der Allmächtige meint es gut mit uns. Er liebt uns wie ein Vater seine Kinder. Wir haben Grund, ihm zu vertrauen.

Ich bin mir sicher, dass kein Mensch sich aus eigener Kraft für diesen Gott entscheidet. Du kannst dich nicht einfach für Jesus entscheiden. Die Entscheidung ist von jemand anderem getroffen worden, und wenn er dir begegnet, dann brauchst du dich nicht zu entscheiden, sondern dann wirst du vom Glauben, von diesem Urvertrauen ergriffen. Dann sagst du nicht „ja“, sondern dann sagt es in dir „ja“!

Es gibt aber noch eine andere Ebene von Vertrauen. Jetzt kommen wir tatsächlich in einen Bereich, wo wir spüren: Moment mal, da muss ich jetzt eine Entscheidung treffen. Ich muss jetzt wirklich entscheiden, ob ich mich darauf einlasse oder nicht.

Das ist der Moment, wo wir etwas wagen.

Wer war denn schon mal in einem Kletterpark? Da gibt es ja diese Seilbahnen, die zehn Meter über dem Erdboden installiert sind. Nur ein einfaches Drahtseil. Da muss man sich mit so einer Rolle einhängen und dann saust man von einem Baum zum nächsten. Macht riesig Spaß! Aber wer das noch nie gemacht hat, der kennt vielleicht dieses Gefühl, wenn man sich zum ersten Mal in dieses Seil hinein hängen muss und dann den festen Boden verliert, wenn man von der Plattform rutscht. Das ist ein Wagnis. Du vertraust auf das Seil, auf deine Sicherung und dass die Leute, die den Kletterpark angelegt haben,  das auch ordentlich gemacht haben. Du glaubst, dass das hält. Und dann geht’s los.

Diese Form von Vertrauen ist ein Wagnis. Dafür können wir uns nicht nur entscheiden, dazu müssen wir uns sogar entscheiden.

Die Worte, die Paulus verwendet hat, spiegeln beide Ebenen wider.

Die erste Ebene finden wir in Vers 8: Gott aber zeigt seine Liebe zu uns darin, dass Christus, für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.

Das ist die Vaterliebe Gottes. Dazu können wir nichts tun. Das ist mit uns passiert. Er hat es getan. Es ist die Grundvoraussetzung für unser Urvertrauen in Gott. Er ist den ersten Schritt gegangen, als wir noch gar nicht daran gedacht haben, überhaupt einen Schritt zu gehen. Um in dem Beispiel vom Kletterpark zu bleiben: Er hat die Seilsicherung gebaut, als wir noch gar nicht wussten, dass wir klettern gehen wollen.

Gott liebt uns – und darum hat er sich zu einem radikalen Schritt entschlossen, damit wir neu lernen können, auf ihn zu vertrauen. Er hat beschlossen, selbst als Mensch unter uns zu leben. Er wollte uns zeigen, wie sehr er uns liebt. Und er hat sich ans Kreuz schlagen lassen, weil er ganz Mensch sein wollte und nicht nur halb. Das Kreuz bedeutet: Gott steht vollkommen auf deiner Seite. Das Sicherungsseil ist fest in deiner menschlichen Welt verankert. Jesus ist nicht kurz vor der Kreuzigung zurück in den Himmel entwischt. In Jesus hat Gott sich auf der Erde festnageln lassen. In Jesus hat Gott sich im Abgrund des Todes festnageln lassen, damit wir uns dort einklinken können.

Das alles hat Gott getan – die Verbindung ist hergestellt und unverbrüchlich gesichert.

Okay, das kann ich hier in der Predigt so sagen. Mehr oder weniger glaubwürdig. Aber wenn Gott zu uns persönlich spricht, dann glauben wir das, weil wir nicht anders können. Das ist das Geheimnis von Gottes Heiligem Geist.

Das Kreuz ist Geschichte. Das war vor fast 2000 Jahren. Ob jemand das glaubt, muss er selbst entscheiden. Aber wenn Gott dich berührt und wenn du die Liebe Gottes spürst, dann weißt du einfach, dass es stimmt. Gott ist in Jesus Mensch geworden. Und Gott kann jeden von uns persönlich berühren und erfüllen durch den Heiligen Geist. (5: Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.) Dieser Geist ist uns gegeben. Er ist ein Geschenk. Gott schenkt sich selbst an uns.

Wenn du das spürst, dann kannst du nicht anders als glauben. Es ist das Geschenk der Liebe. Der Vater liebt dich. Er schenkt uns den Glauben, durch den wir mit ihm verbunden sind. Du darfst Frieden haben, denn Gott hat sich selbst an dich verschenkt.

Das war die erste Ebene. 1 „Sind wir nun aus Glauben gerecht gesprochen, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.“

Nun kommt aber noch die zweite Ebene, und die steckt auch in dem Text drin:

2 Durch Jesus Christus  haben wir im Glauben auch Zutritt erhalten zu der Gnade, in der wir jetzt stehen, und seinetwegen rühmen wir uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. 3 Aber nicht nur dies: Wir sind auch stolz auf jegliche Bedrängnis, da wir wissen: Bedrängnis schafft Ausdauer.

Vielleicht merken wir, dass hier eine kleine Wendung eingebaut ist. Im ersten Vers sagt Paulus, dass wir gerecht gesprochen sind. Fertig. Es ist passiert. Im zweiten und dritten Vers geht es aber um etwas, das andauert. Da gebraucht er das Wort: Hoffnung. Und das Wort: Bedrängnis. Und das Wort Ausdauer. Das hört sich ja nun nicht so an, als wäre das schon fertig und abgeschlossen. Da passiert noch etwas.

Hier wird der Glaube aktiv, und das ist die zweite Ebene. Glaube wird auf die Probe gestellt. Er muss sich auf einmal bewähren. Aber nicht nur das: Er gibt auch eine Sicherheit, die vorher nicht da war.

Vielleicht haben Sie sich gefragt. warum Paulus hier so übertrieben optimistisch redet. Ich meine: Er redet immerhin von echten Problemen. Er redet von Bedrängnis. Und wer die Geschichte von Paulus ein wenig kennt der weiß, dass er damit keine Kleinigkeiten meint. Für ihn ging es mehr als einmal um Leben und Tod.

Was für eine immense Kraft muss das sein, wenn dieser Mann so optimistisch, so zuversichtlich selbst in die größten Herausforderungen hinein gehen kann?

Das ist die zweite Ebene des Glaubens. Das ist ein Wagnis, ein aktiver Entschluss. Dieser Paulus ist jemand, der sich schon oft in diese Seilbahn der Gnade Gottes einklinken musste. Er hat schon viele aufregende Fahrten hinter sich. Und darum hat er davor keine Angst mehr. Im Gegenteil. Er sagt: Hey, das ist total toll! Damit komme ich weiter. Und so langsam bekomme ich darin auch Routine, dass es immer besser klappt.

Dabei ist der Glaube nie etwas, was wir in der Tasche haben. Manchmal sehen wir nicht weiter als ein paar Meter, und wir müssen trotzdem vertrauen. Wer schon mal im Kletterwald in Speyer war, weiß: Da gibt es einen Parcours mit einer sehr langen Seilbahn. Sie ist so lang, dass man durch die Bäume hindurch das Ende nicht sehen kann. Man muss losfahren, und dann gibt es kein zurück. Und erst, wenn man gut 2/3 der Strecke hinter sich hat, kommt das Ziel in Sicht, während man noch in voller Fahrt über das Gelände saust.

Ich glaube, dass es uns als Christen oft genau so geht. Glaube hast du nicht in der Tasche. Er bleibt immer ein Wagnis. Und er lebt von Hoffnung, dass die Fahrt ein gutes, ein perfektes Ende nimmt. Und dass der, dem du da vertraust, sich etwas dabei gedacht hat.

Hier schließt sich der Kreis, hier hängen die beiden Ebenen zusammen.

Nur, wenn ich diesem Gott wirklich vertraue, wenn ich ein Urvertrauen aufgebaut habe, nur dann werde ich mich seinen abenteuerlichen Ideen für mein Leben anvertrauen.

Darum ist es so wichtig, dass ich ihm zuerst begegne auf einer kindlichen Ebene, dass ich seine Liebe erfahre und seine Güte und seine Nähe und seine Kraft.

Je tiefer ich Gott erfahre, desto mehr werde ich ihm vertrauen können, und je mehr ich ihm vertraue, desto tiefer werde ich ihn erfahren.

Dieser Kreis ist das, was ich unter einer lebendigen Beziehung zu Gott verstehe.

Ich möchte mal ein paar Sachen vorstellen, wie wir in diesem Kreis in eine tiefere Beziehung zu Gott kommen können.

Die erste Idee ist: Vertrau auf Gott, während du gehst. Ich kenne ein paar Leute, die sind als Christen gut unterwegs, wenn sie sich vorher sicher sind, dass alles gut funktioniert. Sie vertrauen Gott, aber sie bringen dieses Vertrauen vor allem auf, bevor sie einen Schritt tun. Das heißt: Sie beten, sie suchen nach Gottes Plan, nach Bestätigung. Sie warten auf das grüne Licht und vertrauen auch darauf, dass Gott ihnen diese Antwort gibt. Das ist okay. Ich glaube, dass es Entscheidungen in unserem Leben gibt, die wir genau so angehen sollten, dass wir warten, bis Gott uns Gewissheit gibt.

Ich glaube aber, dass das oft nicht der Fall ist. Manchmal treten wir im Glauben auf der Stelle, weil wir zu viel Sicherheit wollen. Wir wollen das Wagnis hinter uns bringen, bevor es ernst wird. Aber so funktioniert das Leben nicht. Manchmal müssen wir unser Vertrauen mitnehmen auf die Reise. Schritte wagen und glauben, dass Gott uns dabei lenkt und korrigiert und bewahrt.  Mir persönlich fällt das sehr schwer, weil ich mir lieber vorher sicher sein möchte. Ich merke aber auch, wie viel Kraft und Nerven es mich kostet, alles unter Dach und Fach zu bringen, noch bevor ich überhaupt den ersten Schritt getan habe. Wenn ich Feuerwehrmann wäre, ich glaube, ich würde löschen, bevor es brennt.

Glaube funktioniert aber anders, und das ist die Herausforderung.  Vertrau auf Gott, während du gehst.

Gott möchte nicht nur dein Planungsgehilfe sein, sondern dein Wegbegleiter. Er freut sich, wenn Du dir vorher einen guten Rat bei ihm holst. Aber noch mehr freut er sich, wenn er dich begleiten kann. Und noch mehr freut er sich, wenn du ihn begleitest, wenn er seine Pläne ausführt. Vertrau auf Gott, während du gehst.

Die zweite Idee: Mach dich auf Schatzsuche. Vertraue der Schatzkarte. Die Bibel ist wie eine Schatzkarte. Dort finden wir viele Markierungen, wo fantastische Schätze vergraben liegen. Unser Text ist eine solche Markierung. Paulus sagt, dass er den Bedrängnissen etwas abgewinnen kann, denn darin bewährt sich sein Glaube. Er bekommt Ausdauer im Glauben. Sein Glaube bewährt sich.  Darum hat er in jeder Bedrängnis auch eine Hoffnung. In jeder Bedrängnis steckt die Chance, einen Schatz zu finden. Eine Gottesbegegnung. Eine tiefe spirituelle Erfahrung. Ich habe den Eindruck, wir begnügen uns manchmal damit, diese Schatzkarte wie ein hübsches antikes Dokument zu bewundern und zu bestaunen.  Du kannst die Geschichten von König David oder von Abraham lesen und denken: Toll! Aber Glauben heißt: Ich vertraue dieser Schatzkarte und mache mich auf die Suche. Ich möchte den Gott entdecken, der einem Abraham oder einem König David so treu begegnet ist. Ich will den Schatz heben. Ich will graben.

Die dritte Idee: Glaube zu zweit und zu dritt. Als Christen sind wir keine Einzelkämpfer. Keiner von uns sollte alleine unterwegs sein. Das Abenteuer des Glaubens bleibt ein Abenteuer, und manches davon kann schwierig sein oder sogar gruselig. Manchmal geht uns der Mut verloren, manchmal ist der Blick auf Gott verdunkelt. Mir hat es immer sehr viel Mut gemacht, wenn andere dann mit mir oder für mich gebetet haben. Oder wenn ich einfach mal bei guten Freunden das Herz ausschütten konnte.

Jesus hat seine Jünger nicht umsonst immer zu zweit losgeschickt. Und von Paulus wissen wir, dass er am Anfang entmutigt war, als er nach Korinth kam. Erst, als seine Begleiter zu ihm stießen, geriet er wieder in Fahrt.

Glaube zu zweit und zu dritt. Vielleicht ist das eine gute Idee für die Hauskreise, gemeinsame Glaubensprojekte zu starten. Manchmal kann es auch gut sein, eine Zweierschaft zu haben, also einen guten christlichen Freund oder eine Freundin, mit der man schwierige Wegstrecken teilen kann.

Noch ’ne Idee: Sei mit Gott im Reinen. Wenn wir Gott vertrauen wollen, ist es wichtig, dass nichts zwischen uns und ihm steht. Manchmal belastet uns etwas, oder wir haben selbst etwas falsch gemacht. So etwas kann man lange mit sich herum schleppen. Aber das sollten wir nicht tun. Es ist wichtig, mit Gott im Reinen zu sein, und wenn einen Dinge belasten ist es gut, sie los zu werden. Auch in der Seelsorge oder auch in einer persönlichen Beichte. Dafür ist Jesus gestorben. Ab und zu müssen wir quasi zurück auf Los, und uns neu auf Gott einlassen. Sei mit Gott im Reinen.

Die letzte Idee:  Unterbrich dich und glaube einfach. Es gibt so viele Aktivitäten, die mich ganz gefangen nehmen, wo ich kaum noch Augen habe für das, was um mich herum geschieht. Mir tut es so gut, wenn ich mich ab und zu selbst unterbreche, vielleicht bei einer Kaffeepause oder wenn ich mal kurz zum Fenster hinausschaue, dass ich in diesen Unterbrechungen ganz bewusst an Gott denke, dass ich ihn mit hineinlasse in meinen Alltag. Wenn ich Gott in diesem Alltag vertrauen will, muss ich Wege finden, zwischendrin immer wieder an ihn zu denken. Darum: Unterbrich dich und glaube einfach, dass er jetzt da ist, dass er dich jetzt begleitet und segnet.

Da ist etwas so Gutes. Eine fantastische Sache. Gott schenkt uns quasi alles. Er schenkt uns seinen Frieden, er schenkt uns Hoffnung, und er überschüttet uns mit seiner Liebe. Er kommt in uns hinein durch seinen Heiligen Geist.

So viel Gutes. Der größte Schatz, den es gibt.

Zum Abschluss ein kleine Blick zurück: Es gibt zwei Ebenen des Glaubens. Die erste kann ich nicht beeinflussen. Hier wächst mein Vertrauen auf Gott ohne mein Zutun, einfach weil er mich liebt.

Die zweite Ebene ist die Ebene des Wagnisses, wo mein Glaube durch Erfahrung wächst.

Darum zwei Fragen:

Was wünsche ich mir zur Zeit am meisten?

1. Wünsche ich mir, dass Gott mich berührt und mir seine Liebe ins Herz gießt? Dass ich dieses Urvertrauen geschenkt bekomme?

2. Wünsche ich mir die Erfahrung des Wagnisses? Will ich das auch erleben, dass dieses Vertrauen tragfähig ist?

Was nehme ich mir als nächsten Schritt vor, um Glauben zu wagen?

1. Vertrau auf Gott, „während du gehst“.

2. Mach dich auf „Schatzsuche“.

3. Glaube zu zweit und zu dritt.

4. Sei mit Gott im Reinen.

5. Unterbrich dich und glaube einfach.